GV Heimkirchen

Die geschichtliche Entwicklung des Gesangvereins „Liederkranz“ Heimkirchen

Aus der Chronik Niederkirchen von Karl Bäcker

Der Gesangverein wurde nach zuverlässigen Angaben im Jahre 1863 gegründet. Er ist somit einer der acht ältesten Vereine im Landkreis Kaiserslautern.

Dem Verein stand in dieser Zeit Karl Cornelius vom Holbornerhof als erster Vorsitzender vor. Chorleiter Lehmann war Lehrer und brachte den Verein innerhalb kürzester Zeit auf ein hohes Niveau. Im Jahre 1878 wurde eine von dem Sängerfreund und Gönner Johann Maue gestiftete Fahne eingeweiht.

Der Verein zählte in dieser Zeit bei 420 Einwohnern insgesamt 81 Mitglieder.

Am 27.6.1880 wurde die erste Satzung verabschiedet und von allen Mit-gliedern unterschrieben. § 29 der Satzung besagt, daß jeder Sänger mit einer Strafe von 10-50 Pfennig belegt wird, wenn er nicht rechtzeitig zur Sing-stunde kommt. Diese Strafe war bis zu 1 Mark zu erhöhen, wenn er ohne genügende Entschuldigungsgründe der Singstunde fernblieb. Damals mit Sicherheit eine zeitgerechte Entscheidung, für heutige Verhältnisse aber einfach undenkbar. Die Satzung wurde am 25.7.1893 durch einen Beschluß der Mitgliederversammlung ergänzt, wonach ab diesem Zeitpunkt an Beerdigungen von Mitgliedern gesungen werden soll. Dieser Beschluß gilt auch heute noch.

Gesangverein Heimkirchen in Königsbach am 29.Mai 1927

Die beiden Kriege 1870/71 und 1914/18 brachten das Vereinsleben vorrübergehend zum Erliegen. Sie forderten auch unter den Sängern erhebliche Opfer. Im Jahre 1919 ging es mit dem Gesangsleben wieder weiter. Unter dem Vorsitz des Heinrich Walter erreichte der Verein in der Zeit von 1919 – 1934 seine Blütezeit. Im Jahre 1929 wurden 60 aktive Sänger gezählt. Aus dem Zweiten Weltkrieg kehrten 25 Männer nicht mehr in ihre Heimatgemeinde zurück. Im Jahre 1948 beschlossen einige sangesfreudige Bürger wie Heinrich Klein, Ernst Braun II, Edmund Rahm, Rudolf Walter, Otto Klein und Eduard Pfleger die Gründung eines neuen Vereines.

Die Gründungsversammlung erfolgte mit der Genehmigung der französischen Militärregierung. Unter Chorleiter  Karl Jausel begann man wieder mit der Gesangstätigkeit und die Bürger der Gemeinde verhalfen dem Verein zu neuem Leben. Karl Jausel setzte sich 1958 zur Ruhe. Lehrer Gustav Trinnes übernahm den Chor bis in das Jahr 1972.

Am 3.Mai 1969 erhielt der 1. Vorsitzende Walter Braun für den Verein aus der Hand des ehemaligen Kultusministers Bernhard Vogel die Zelterplakette. Sie ist mit die höchste staatliche Auszeichnung auf dem Gebiet des Gesanges.

Abholen der Zelter-Plakette 1969

Der Chor nahm seit seiner Gründung mit viel Erfolg an unzähligen örtlichen und überörtlichen Sängerfesten, an einer großen Anzahl Wertungssingen, Konzerten und an einem Grenzlandsingen im Jahre 1964 in Contwig teil.

Im Mai des Jahres 1963 nahm der Verein an einem Wertungssingen in Hirschhorn teil, wo er eine beachtliche Leistung erbrachte; insofern ca. 75% aller Sänger noch keine 30 Jahre alt waren. Auch bei dem Grenzlandsingen, verbunden mit einem Wertungssingen, 1964 in Contwig wurde dem Verein im Bereich Intonation – Atemführung und Phrasierung ein „sehr ordentlich und ohne Tadel“ bescheinigt.

Zelter Plakette

Zelter Plakette

Im Jahre 1969 wurde Heimkirchen im Rahmen der Verwaltungsreform in die Gemeinde Niederkirchen eingegliedert. Infolge der Rückläufigkeit der aktiven Sänger, zum Teil durch Überalterung bedingt, zum Teil aber auch dadurch, daß die Jugend nur schwer oder überhaupt nicht zum deutschen Lied findet, wurde mit Niederkirchen eine Chorgemeinschaft gebildet, die unter Chorleiter Werner Honig einen hohen Leistungsstand erreichte. Die Vereine blieben aber hinsichtlich der organisatorischen Betreuung seiner Mitglieder auch weiterhin selbstständig. Nach einer wechselnden Dirigententätigkeit nach dem Weggang von Werner Honig, wurde die Chorgemeinschaft von 1997 bis 2018 durch Chorleiterin Beate Lang geleitet.

 

Fragen zum Gesangverein:  1. Vorsitzender   Ivan Lisicin, Klosterstraße 16, 67700 Niederkirchen – Heimkirchen